Auf den Seiten von Alfred Vogler unter acht-seligkeiten.de sind wir schon vor einiger Zeit auf den Brettleweg in Steingaden aufmerksam geworden und da uns der Hin- und Rückweg von Trauchgau zum UNESCO-Weltkulturerbe Wieskirche mit über 30km dann doch etwas zu weit erschien, wichen wir auf die kleinere Runde im benachbarten Oberbayern aus.

Zu meiner Schande muss ich eingestehen, dass ich als gebürtiger Schongauer bis dato noch kein einziges Mal in der Nähe der Wieskirche war. Gerne hätten wir die heiligen Mauern auch von Innen besichtigt, an diesem Tag war das Gotteshaus allerdings veranstaltungstechnisch so überlaufen, dass wir mit dem göttlichen Beistand unter dem weiß-blauen bayerischen Himmel auch zufrieden waren.

Wir machen uns von Eisenberg über Roßhaupten und Lechbruck auf den Weg in die oberbayerische Gemeinde Steingaden.

In Steingaden angekommen, steuern wir den Parkplatz am Welfenmünster (Nähe Marktplatz) an.

Wer möchte, kann sich am Parkplatz noch einmal über die verschiedenen Touren in und um Steingaden informieren – wir können es nur empfehlen.

Unser Start verlief so deppert, dass wir danach schon wieder lachen mussten. Ich möchte nur so viel sagen: unser Weg hat die Nummer 114 und wenn wir vom Parkplatz Richtung Welfenmünster blicken, gehen wir rechts zur Sparkasse, um das Gebäude herum über den Marktplatz. Anschließend durch den Torbogen hindurch, am griechischen Restaurant “Zur Taverne” vorbei und wir gelangen zum ehemaligen Hochland-Areal.

Nach unserem kleinen Fehlstart fühlen wir uns an der nächsten Kreuzung unter den ganzen Wegweisern schon wieder wohler – und siehe da, die blaue 114 lächelt uns entgegen.

Wir biegen somit links ab und folgen der Straße bergauf.

Nur ein paar Meter haben wir zur rechten Seite das Karl-Ebert-Haus und stürmen gepflegt den kleinen Waldpfad zur linken Seite.

Am Ende des Pfades gibts schon den ersten sichtbaren göttlichen Beistand…

…und diesen Beistand sehen wir nicht nur in Form eines Kreuzes, sondern auch beim traumhaften Sommerwetter.

Nach einem kurzen Marsch über die Wiesen wechseln wir auf die Teerstraße und folgen ihr links.

Wie gerne wir hier in den Badweihergesprungen wären – die Sonne brennt.

Wenns für uns schon keine Abkühlung im Weiher gibt, dann wenigstens an dem kleinen Brunnen am Wegesrand.

Gestärkt ziehen wir nun aber weiter – a bisserl is es schon noch bis zur Wieskirche. Wir folgen der Teerstraße weiter bergauf Richtung Litzau.

Litzau durchqueren wir ohne irgendwo abzubiegen. Bei diesem gefühlt uralten Schild kommen alte Kindheitserinnerungen hoch. Heute finden sich ja fast nur noch die silbernen Wegweiser.

In Litzau roch der leichte Wind bereits danach: würziges & durchgetrocknetes Heu – herrlich! Lange halten wir uns allerdings dann nicht mehr in der prallen Sonne auf, sondern suchen etwas Schatten im bevorstehenden kühlen Wald.

Nach ein paar Metern meint man schon den späteren Brettelesweg zu erahnen. Abseits des Weges wird es deutlich sumpfiger.

Nach geschätzten 10 Minuten Waldweg gelangen wir zu dieser kleinen Kreuzung. Links gelangt man nach Steingaden und rechts direkt zur Wieskirche. Da wir allerdings nicht sonderlich Lust auf einen Marsch am Straßenrand haben, überqueren wir die Landstraße und laufen geradeaus zur Landvolkshochschule Wies weiter.

Und ein paar Meter weiter taucht sie auch schon auf – die Wieskirche.

An der Landvolkshochschule angekommen, nutzen wir das kleine Schlupfloch auf der rechten Seite und wandern über die Weise gen UNESCO Weltkulturerbe.

Von Weitem erkennen wir durch das 70-200er Objektiv schon die ersten Busgruppen und haken einen Besuch im inneren der heiligen Hallen bereits ab. Beim Blick auf die Website der Wies sahen wir dann aber schnell, dass ein Hineintreten ohnehin zur gegeben Uhrzeit nicht mehr möglich war – am Nachmittag und Abend fanden diverse Veranstaltungen statt.

Dies Wieskirche möchten wir gerne noch kurz von der anderen Seite sehen, merken uns aber bereits die Stelle mit den ganzen Souvenirständen. Rechts hinten erkennen wir den Gasthof Moser, an dem wir dann gleich vorbei vorbeiziehen und auf der rückwärtigen Seite auf den Brettleweg einbiegen.

Wie schon eben angesprochen, müssen wir auf die Rückseite des Gasthofes Moser. Dort findet sich auch wieder dieser Wegweiser und wir steuern das Drehkreuz vor der Wiese an.

…überqueren diese und gelangen zum Anfang des Brettleweges – und dem ersten Brettle!

Moore bringen immer eine ganz besondere Atmosphäre mit sich. Wir verweilen etwas auf den Bänken, genießen die Stille und verfolgen die zahlreichen Schmetterlinge und Eidechsen.

Da schau her – König Ludwig war anscheinend auch schon da?

Das Herzstück des Brettleweges haben wir nun leider hinter uns gelassen, das nachfolgende Waldstück ist aber auch ganz reizvoll.

Uns hätte ja wirklich brennend interessiert, was bei diesem Knopf passiert – wäre er intakt gewesen.

Sowohl an dieser, als auch an den nächsten Kreuzungen folgen wir unverändert der Tour Nr. 114. Ab hier kann man nicht mehr viel falsch machen. Es locken schöne Waldwege unter schattenbestehende Bäumen und reichlich Wasser am Wegesrand.

Auch am Ende des Waldes kann man sich nicht groß verlaufen. Gerade durch den relativ großen Ansturm zur Wieskirche, sind die Wege stets gut zu erkennen.

Wirklich nett ist diese Idee: Wanderstöcke für 2 EUR – was das Trinken kostet, blieb allerdings offen. Wären wir die Runde andersrum gelaufen, hätten wir uns sicherlich einen mitgenommen. Aber so ruft bereits das Ziel Steingaden.

Da wir mittlerweile dann doch ziemlich platt sind, freuen wir uns auf die ersten Anzeichen von “Zivilisation” – herzlich Willkommen in Steingaden.

Am Ende der Straße biegen wir gen Sägewerk rechts ab.

Auf mein Kommentar “das Sägewerk war schon immer extrem aufgeräumt” erwiderte Janin nur “wird ja auch von einer Frau betrieben” (bezogen auf den Namen der Firma >Christa<-Blockhaus).

Noch vor dem Überqueren der Brücke geht es rechts auf einen kleinen Pfad zum Bachlauf des anderen Sägewerkes.

Hier bitte nicht verwirren lassen: man darf durchaus das Sägewerk durchqueren. Der Weg führt ganz offiziell unter dem offenen Stadl vor uns hindurch.

Am Ende des Stadls gelangen wir zur Kreuzung, bei der wir zu Beginn hoch zum Karl-Ebert-Haus abgebogen sind. Ab hier laufen wir das gleiche Stück – vorbei am griechischen Restaurant, dem Welfenmünster und über den Marktplatz – zurück, wie wir gekommen sind.