So leicht kommt man an ihnen nicht vorbei, die landschaftsbeherrschende und weithin sichtbare Burgengruppe hoch über Zell. 

Wir waren vor kurzem an der Nesselburg, wir kennen Falkenstein, Vils, Reutte und unzählige mehr, dem mittelalterlichen und ritterlichen Feeling kommt aber nirgends so nahe, wie auf den beiden 1315 (Eisenburg) und 1418 (Hohenfreyberg) erbauten Bauwerken. Steht man zwischen den kalten und schroffen Mauern, ja man wünscht sich, man könne einmal in die lebendige Adelszeit von Hohenegg und von Freyberg reisen. Gerne würde man den Damen und Herren gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges mitteilen, dass das Niederbrennen der beiden Burgen völlig sinnlos ist – denn wie wir heute wissen, änderten die heranrückenden Protestanten ihre Marschroute. Eisenberg und Hohenfreyberg könnten heute noch gut erhalten über das südliche Ostallgäu wachen.

Aber auch als Ruine wissen wir die romantischen, mystischen und geschichtsträchtigen Mauern zu schätzen und genießen einen der schönsten Ausblicke im gesamten Allgäu.

Da wir selbst in der Nähe von Eisenberg-Zell wohnen, “reisen” wir heute zu Fuß an. Alle Autofahrer dürfen ihren Wagen z.B. auf den Parkplatz bei Zell abstellen. Diesen findet man automatisch nach einer Ortsdurchfahrt Richtung Schweinegg auf der rechten Seite.

Über den geteerten Weg bergauf gelangen wir zu beiden Burgruinen.

Auch wenn wir heute erneut kein Glück mit dem abendlichen Wetter haben, am Bienenhaus ist trotzdem Hochbetrieb.

Diese Flockenblume dürfte ebenfalls ein begehrtes Flugziel sein.

Bei dieser Blütenpracht denken wir stets immer nur an eines: Holunderküchle!

Kaum aufgestiegen, zeigt sich das Tannheimer Gebirge bereits in seiner beeindruckenden Schönheit.

Wir gelangen zur ersten Wegkreuzung und biegen rechts ab.

Nachdem wir bereits den ersten Blick auf Hohenfreyberg genießen, gelangen wir zur nächsten Kreuzung – bzw. das, was davon übrig ist.

Denn früher führte der Weg links hinauf. Auch heute ist er noch zugänglich, wenn auch etwas eingewachsen

Angelangt auf der nächsten Ebene, können wir entweder rechts direkt zur Schloßbergalm abbiegen oder geradeaus zu den Ruinen weiterlaufen – wir entscheiden uns selbstverständlich für letzteres.

Die noch gar nicht so alten Wege sind als Lehrpfade angelegt. Hier erfahren auch so “mittelalte” Hasen wie wir noch etwas Neues.

An dieser Hauptkreuzung kommen wir noch zweimal vorbei. Wir gehen links zur Hohenfreyberg, geradeaus geht es zur Schloßbergalm, rechts zur Eisenberger Ruine.

Wir begeben uns erneut bergauf. Rechts geht es übrigens ebenfalls talwärts zur Schloßbergalm – sozusagen führen alle Wege stets zu gutem Essen.

Hinter uns taucht dann auch endlich Eisenberg aus dem Dickicht hervor.

Und Hohenfreyberg ist wortwörtlich zum Greifen nah.

Es begrüßt uns der große Artillerieturm…

…und jede Menge Infotafeln (bitte auch lesen!).

Kaum zu glauben, dass es sich hier einst um den Hauptturm der Anlage gehandelt hat.

Ob sich hier früher des öfteren zugewunken wurde?

Hohenfreyberg ist übrigens eine der letzten großen Burgneubauten im deutschen Raum. Wo woanders schon abgebrochen wurde, setzte man hier noch einmal ein großes Zeichen.

Wir verlassen die knapp 100 Jahre jüngere Anlage und wandern rüber zur “alten Schwester”.

Wo wir vorhin von rechts gekommen sind, gehen wir nun geradeaus.

Ähnlich wie bei Hohenfreyberg geht es noch einmal ein kleines Stück hoch…

…anschließend stehen wir auch schon vor Burg Eisenberg…

…und werden mit schönem Blumenschmuck begrüßt.

Der Himmel zieht weiter zu und es wird merklich dunkler, wir genießen aber trotzdem den hammermäßigen Ausblick auf das Füssener Land.

Die Bank auf dem ehemaligen Wehrturm lädt zum langen und gemütlichen Verweilen ein, heute ziehen wir aber wieder zurück ins Tal – es beginnt bereits zum Regnen.

Wir gelangen wieder zu unserer Hauptkreuzung und schlagen den rechten Weg zur Schloßbergalm ein.

Blicken wir noch einmal zurück: vorne links der Weg, den wir für den Aufstieg von Zell benutzt haben, vorne rechts zur Ruine Hohenfreyberg.

Da ist sie auch schon, die Schloßbergalm auf genau 1000m.

Schöne Aussicht, Ziegen, Hasen…

…und eine gute Küche.

Doch auch hier bleibt für uns die Küche leider geschlossen – wir “genießen” weiter unsere Diät.

Unser Wetterglück scheinen wir in letzter Zeit immer zu Hause zu vergessen. Auch heute beginnt es ordentlich zu schütten.

Der Rückweg zum Parkplatz gestaltet sich relativ unproblematisch. Ab der Schloßbergalm bleibt man auf der Teerstraße, geht an dieser Gabelung geradeaus und hält sich in Zell einfach rechts – man gelangt so automatisch auf die Straße nach Schweinegg.