Versteckt hoch im Wald auf 1038m zu Fuße des Alpspitz liegt die Ruine Nesselburg in ihrem Dornröschenschlaf. Die seit 1595 unbewohnte kleine Anlage hatte Besitzer wie die edelfreien Herren von Rettenberg und das Hochstift Augsburg. Seit 1996 ist sie in Privatbesitz und die schon angegangenen Sanierungsmaßnahmen wurden augenscheinlich bis heute nicht mehr weiter umgesetzt. Nichtsdestotrotz ein malerisches Örtchen und Ziel auf halber Strecke unserer heutigen Abendrunde in Nesselwang.

Wir steuern den Parkplatz der Alpspitzbahn in Nesselwang an. Freie Plätze sind unter der Woche um 17:30 Uhr kein Problem, die Schuhe sind frisch geputzt – los geht’s.

Wir gehen vom Parkplatz die Straße bergauf, ziehen am Explorer Hotel gemütlich vorbei und steuern den kleinen Weg der Maria-Trost-Allee an.

Was sich bereits am Parkplatz angedeutet hat, bestätigt sich nun lautstark: es zieht wieder mal ein Gewitter auf.

Wir gehen das Risiko ein und folgen den ersten Wegschildern zur Kronenhütte.

Unter dem Beistand vom heiligen Wendelin – u.a. der Schutzpatron der Landwirte – kann nun eh nichts mehr schief gehen…

Auch wenn die Brotzeit ruft, hier folgen wir dem Schild ausnahmsweise nicht mehr, sondern folgen dem Weg weiter Richtung Wald.

Wir gelangen zum zweiten Wegweiser und überqueren einfach die vor uns liegende Brücke.

Schon seit längerer Zeit ist der Wasserfallweg wegen Steinschlag gesperrt. Ebenfalls eine schöne Route, hier kommen wir allerdings nicht direkt an der Nesselburg vorbei und so betrifft uns das Flatterband überhaupt nicht. Weiter geht’s, wir biegen links ab.

Ja, geradeaus wär’s durchaus gemütlicher, aber Treppensteigen ist nunmal gut für die Fitness. Wir scheren rechts auf den sportlichen Abschnitt ein.

Geradeaus würden wir ohnehin nicht zu unserem Ziel gelangen, sondern nach Maria Trost, die Ortschaft Pfronten-Kappel mit der Aufstiegsmöglichkeit zur Kappeler Alp.

Wie vor einigen Tagen begrüßt uns auch hier der Duft von den zahlreichen wilden Rosen.

Wir folgen dem Steig einige Zeit – Stufe für Stufe, Wurzel für Wurzel.

Dabei vergessen wir aber nicht die Schönheit der Natur, sondern haben durchaus auch ein Auge für die Kleinigkeiten – wie z.B. zahlreich vorhandene Widertonmoos…

…oder den leuchtend-weißen Wald-Geißbart.

Nach einiger Zeit stoßen wir auf der rechten Seite auf dieses Schild. Die Botschaft darauf ist klar und für uns eine Selbstverständlichkeit. Handschriftlich darunter steht aber noch “Zur Nesselburg” und wir folgen dem Pfeil rechts hoch…

…und erkennen die Höhenburg bereits aus der Ferne.

Anfangs kurz erwähnt, wurde mit den Sanierungsarbeiten wohl nie fortgefahren. Daher sollten die Warnschilder bitte auch ernstgenommen werden. Malerisch ja, aber die Substanz ist in einem erbärmlichen Zustand. Es bröckelt an allen Ecken und Enden.

Wer zwischen 1302 und 1595 wohl so alles durch den Torbogen geschreitet ist? Gerne würde man sich etwas mehr in die damalige Zeit hineinversetzen.

Die Burganlage ist einmal ringsum abgesperrt und darf nicht betreten werden. Man kann sie aber gerne einmal umrunden, auch wenn man am steilen Abhang auf der rückwärtigen Seite etwas aufpassen sollte.

Für einen Blick ins Innere reicht es aber allemal.

Wir verlassen die Nesselburg und gehen wieder zurück auf den “Hauptweg”, welchem wir weiter bergauf folgen.

Hier könnte man nun erneut nach Maria Trost und Pfronten-Kappel abbiegen, wir entscheiden uns aber weiter zur Kronenhütte zu laufen.

Durch das Dickicht des Waldes erkennen wir rechts unten die Treppen des derzeit gesperrten Wasserfallweges.

Wir ignorieren erneut diese Route und laufen weiter zu dieser kleinen Stahlbrücke (wahrscheinlich noch zu hochgegriffen).

Keanu und Alana erfreuen sich am ersten Wasser seit dem Aufstieg .

Nach einmal Auftanken gehts weiter hoch durch den Wald.

An dieser Kreuzung folgen wir dem Wegweiser Richtung Kronenhütte, sprich gehen rechts.

Diesem Pfad folgen wir, bis wir aus dem Wald herauskommen und auf die sommerliche Skipiste blicken.

Was von unten wie ein Stadl ausschaut, entpuppt sich von oben als Bienen-Wohnblock. Scheinbar gibt’s für diese nun bald einen eigenen Garten vor dem Haus?

An den Stützen des Kronenlifts vorbei, gelangen wir nun zur Kronenhütte.

Uns knurrt wie immer der Magen, einkehren können wir außerhalb der Öffnungszeiten aber leider nicht. So halten wir weiter Diät und gehen einmal über die schmale Skipiste Richtung Nesselwang/Sommerrodelbahn.

Wintersport ist nicht ungefährlich. Dieser Zeitgenosse hat mit den Folgen des Sturzes immer noch zu kämpfen…

Des einen Leid, des anderen Freud.

Bei einer kurzen Rast genießen meine beiden Damen auf “Ernst’ls Herzblutbank” den schönen Ausblick auf das abendliche Nesselwang.

An der Gabelung lassen wir es für heute gut sein und steigen gen Talstation ab.

War anfangs nicht noch die Rede von einem Gewitter? Lautstark wars, aber vor allem eines: nass. Wir sind in einen “schönen” (aber kurzen) Platzregen gekommen.

Nicht nur wir stöhnen etwas, dass wir völlig durchgenässt sind, sondern auch die Freunde mit den Hörnern regen sich lautstark auf. A’ Grinsen geht aber immer!

An der Talstation vorbei, stehen wir wieder auf dem Parkplatz und unsere kleine, aber feine Abendrunde endet hier.